VPN Sportwetten Schweiz: Risiken, Rechtslage und Alternativen

Die Einführung des Geldspielgesetzes im Jahr 2019 hat den Zugang zu internationalen Wettanbietern in der Schweiz erheblich erschwert. DNS-Sperren blockieren Hunderte von Websites, die zuvor problemlos erreichbar waren. In dieser Situation greifen viele Schweizer Wettfans zu einem technischen Hilfsmittel, das eigentlich für ganz andere Zwecke entwickelt wurde: dem Virtual Private Network, besser bekannt unter der Abkürzung VPN. Doch was auf den ersten Blick wie eine einfache Lösung aussieht, birgt Tücken, die vielen Nutzern nicht bewusst sind.
Die Diskussion um VPN-Nutzung für Sportwetten berührt technische, rechtliche und praktische Aspekte gleichermassen. Auf der einen Seite steht das Bedürfnis vieler Spieler nach einem grösseren Wettangebot und besseren Quoten, als sie bei den Schweizer Anbietern finden. Auf der anderen Seite stehen potenzielle Risiken, die von der Kontosperrung bis zum Verlust von Guthaben und Gewinnen reichen können. Eine fundierte Entscheidung erfordert das Verständnis aller relevanten Faktoren.
Dieses Kapitel untersucht die technischen Grundlagen von VPN-Diensten, ihre Wirksamkeit gegen die Schweizer Netzsperren, die rechtliche Einordnung der VPN-Nutzung sowie die konkreten Risiken, die Spieler eingehen. Am Ende steht die Frage, ob die Nutzung von VPN für Sportwetten eine sinnvolle Option darstellt oder ob die Risiken den potenziellen Nutzen überwiegen.
- Technische Grundlagen des VPN
- DNS-Sperren und ihre Umgehung
- Rechtliche Einordnung der VPN-Nutzung
- Risiken bei Verifizierung und Auszahlung
- Was sagen die AGB der Wettanbieter
- Konkrete Risiken im Überblick
- Technische Erkennungsmethoden der Anbieter
- Alternativen zur VPN-Nutzung
- Praktische Empfehlungen
- Fazit zur VPN-Nutzung
- Die Zukunft der VPN-Nutzung für Sportwetten
- Verantwortungsvolles Spielen und VPN
Technische Grundlagen des VPN
Ein Virtual Private Network ist im Kern nichts anderes als eine verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Gerät und einem Server an einem anderen Standort. Wenn Sie eine Website aufrufen, erscheint Ihre Anfrage nicht mehr von Ihrer eigentlichen IP-Adresse, sondern von der des VPN-Servers. Für die aufgerufene Website sieht es so aus, als würden Sie sich an dem Standort befinden, an dem der Server steht.

Die Technologie wurde ursprünglich für Unternehmen entwickelt, die ihren Mitarbeitern einen sicheren Fernzugriff auf das Firmennetzwerk ermöglichen wollten. In den letzten Jahren hat sich VPN jedoch zu einem Massenprodukt entwickelt, das von Millionen von Privatpersonen genutzt wird. Die Anwendungszwecke reichen von Datenschutz und Sicherheit in öffentlichen WLANs bis hin zur Umgehung geografischer Beschränkungen bei Streaming-Diensten.
Die technische Funktionsweise ist relativ einfach zu verstehen. Ihr Internetverkehr wird zunächst verschlüsselt und dann zu einem VPN-Server in einem Land Ihrer Wahl geleitet. Von dort wird er entschlüsselt und an das eigentliche Ziel weitergeleitet. Die Antwort nimmt den umgekehrten Weg. Da der VPN-Server als Zwischenstation fungiert, sehen sowohl Ihr Internetanbieter als auch die aufgerufene Website nicht Ihre tatsächliche IP-Adresse.
Für den durchschnittlichen Nutzer ist die Installation und Verwendung eines VPN-Dienstes denkbar einfach. Die meisten Anbieter stellen Apps für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung, die mit wenigen Klicks installiert sind. Die Auswahl des Serverstandorts erfolgt über eine übersichtliche Benutzeroberfläche, und die Verbindung wird mit einem einzigen Tastendruck hergestellt. Technische Kenntnisse sind für die grundlegende Nutzung nicht erforderlich.
DNS-Sperren und ihre Umgehung
Das Schweizer Geldspielgesetz sieht vor, dass Fernmeldedienstanbieterinnen den Zugang zu nicht bewilligten Online-Spielangeboten sperren müssen. Die technische Umsetzung erfolgt mittels sogenannter DNS-Sperren. DNS steht für Domain Name System und fungiert als eine Art Telefonbuch des Internets, das Domainnamen in IP-Adressen übersetzt. Bei einer DNS-Sperre wird dieser Übersetzungsprozess manipuliert, sodass der Aufruf einer gesperrten Domain auf eine Warnseite umgeleitet wird.
Die ESBK und die Gespa führen je eine eigene Sperrliste mit Domainnamen, die in der Schweiz blockiert werden müssen. Die ESBK ist für Casino-Angebote zuständig, die Gespa für Lotterien und Sportwetten. Die Listen werden regelmässig aktualisiert und umfassen mittlerweile Hunderte von Domains. Nach Veröffentlichung einer aktualisierten Liste im Bundesblatt haben die Internetanbieter fünf Tage Zeit, um die Sperrungen umzusetzen.
Die Behörden sind sich der Grenzen dieses Systems durchaus bewusst. Patrick Eichenberger, stellvertretender Direktor der Gespa, hat öffentlich bestätigt, dass die DNS-Sperre technisch bedingt umgangen werden kann, wenn jemand dies bewusst tut. Die Wirksamkeit der Sperre richtet sich primär gegen den Gelegenheitsspieler, der nicht aktiv nach Umgehungsmöglichkeiten sucht.
Ein VPN umgeht die DNS-Sperre effektiv, weil die DNS-Anfragen nicht mehr über den Schweizer Internetanbieter laufen, sondern über den VPN-Server im Ausland. Wenn Sie sich beispielsweise mit einem Server in Deutschland verbinden, nutzt Ihr Gerät die DNS-Server des deutschen Providers, für die die Schweizer Sperrliste nicht gilt. Die gesperrte Website ist damit wieder erreichbar.
Neben VPN gibt es auch andere Methoden zur Umgehung von DNS-Sperren, etwa die manuelle Konfiguration alternativer DNS-Server oder die Nutzung sogenannter Mirror-Sites. Letztere sind Kopien der Original-Website unter einer anderen Domain, die noch nicht auf der Sperrliste steht. Diese Methoden sind jedoch weniger zuverlässig als VPN, da Mirror-Sites oft kurzfristig gesperrt werden und alternative DNS-Server keine vollständige Anonymität bieten.
Rechtliche Einordnung der VPN-Nutzung
Die zentrale Frage für viele Schweizer Wettfans lautet: Mache ich mich strafbar, wenn ich ein VPN nutze, um bei einem gesperrten Wettanbieter zu spielen? Die Antwort ist überraschend eindeutig und wurde von den zuständigen Behörden mehrfach bestätigt. Die Nutzung von VPN zur Umgehung von Netzsperren ist für Schweizer Spieler nicht strafbar.

Das Geldspielgesetz richtet sich in seinen Strafbestimmungen gegen die Anbieter illegaler Geldspiele, nicht gegen deren Nutzer. Wer in der Schweiz illegale Sportwetten oder Casinos anbietet, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Wer hingegen als Spieler an solchen Angeboten teilnimmt, macht sich nach geltendem Recht nicht strafbar. Diese Unterscheidung ist fundamental für das Verständnis der Rechtslage.
Die Gespa hat diese Position öffentlich bekräftigt. Auf ihrer Website weist die Behörde darauf hin, dass sich Spielende nicht strafbar machen, wenn sie Online-Geldspiel-Angebote nutzen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Die Strafverfolgung konzentriert sich auf die Anbieterseite. In den mehr als fünf Jahren seit Inkrafttreten des Geldspielgesetzes ist kein einziger Schweizer Spieler wegen der Nutzung ausländischer Wettanbieter strafrechtlich verfolgt worden.
Diese Straffreiheit bedeutet jedoch nicht, dass die Nutzung von VPN für Sportwetten risikofrei wäre. Die Risiken liegen nicht im strafrechtlichen Bereich, sondern im Verhältnis zwischen Spieler und Wettanbieter. Zudem weist die Gespa ausdrücklich darauf hin, dass Spielende das Risiko eingehen, dass ihre Einsätze und allfälligen Gewinne im Rahmen eines Strafverfahrens gegen den Anbieter beschlagnahmt und eingezogen werden könnten.
Die rechtliche Situation ist vergleichbar mit derjenigen beim Streaming illegaler Inhalte. Das Anbieten ist strafbar, das Konsumieren in der Regel nicht. Dies schützt den einzelnen Nutzer vor strafrechtlichen Konsequenzen, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Illegalität des Angebots selbst.
Risiken bei Verifizierung und Auszahlung
Während die strafrechtlichen Risiken für Schweizer Spieler praktisch nicht existent sind, sieht die Situation bei den praktischen Risiken völlig anders aus. Die grössten Gefahren drohen bei der Kontoverifizierung und bei der Auszahlung von Gewinnen.
Die meisten seriösen Wettanbieter verlangen irgendwann eine Verifizierung der Identität, spätestens bei der ersten grösseren Auszahlung. Dieser Prozess, oft als KYC bezeichnet, erfordert die Vorlage von Ausweisdokumenten und Adressnachweisen. Für Schweizer Spieler, die ein VPN genutzt haben, um sich zu registrieren, entsteht hier ein fundamentales Problem.
Wenn bei der Verifizierung herauskommt, dass Sie einen Schweizer Wohnsitz haben, obwohl Sie sich als Bewohner eines anderen Landes registriert haben, verstossen Sie gegen die Nutzungsbedingungen des Anbieters. Die Konsequenzen können drastisch sein: Im günstigsten Fall wird lediglich die Auszahlung verweigert. Im ungünstigeren Fall wird das gesamte Konto gesperrt, inklusive aller Einzahlungen und Gewinne.
Viele Wettanbieter haben in ihren Geschäftsbedingungen explizite Klauseln zur VPN-Nutzung und zur Umgehung geografischer Beschränkungen. Wer diesen Bedingungen bei der Registrierung zustimmt und sie anschliessend verletzt, hat im Streitfall schlechte Karten. Die Anbieter können sich auf den Vertragsbruch berufen und sind nicht verpflichtet, Gewinne auszuzahlen.
Bei kleineren Beträgen drücken manche Anbieter ein Auge zu. Bei grösseren Summen hingegen wird die Verifizierung besonders gründlich durchgeführt, und die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung steigt entsprechend. Gerade bei den erfreulichen Situationen, in denen ein bedeutender Gewinn ansteht, kann die VPN-Nutzung zum Verhängnis werden.
Was sagen die AGB der Wettanbieter
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Wettanbieter sind in Bezug auf VPN-Nutzung unterschiedlich formuliert, aber die grundsätzliche Tendenz ist eindeutig. Die meisten seriösen Buchmacher verbieten entweder explizit die Nutzung von VPN oder untersagen allgemeiner die Umgehung geografischer Beschränkungen.

Ein typischer Passus in den AGB lautet sinngemäss, dass die Nutzung der Dienste nur Personen gestattet ist, die sich in einem Land befinden, in dem das Angebot legal und zugänglich ist. Die Schweiz, in der das Angebot gesperrt ist, fällt offensichtlich nicht in diese Kategorie. Wer mit Schweizer Wohnsitz ein Konto eröffnet, indem er seine Verbindung über ein VPN nach Deutschland oder Österreich leitet, verstösst gegen diese Klausel.
Einige wenige Anbieter dulden die VPN-Nutzung oder erwähnen sie in ihren Geschäftsbedingungen nicht explizit. Dies ist jedoch keine Garantie für eine problemlose Abwicklung. Auch ohne explizites VPN-Verbot können die Anbieter bei der Feststellung eines Schweizer Wohnsitzes Konsequenzen ziehen.
Besonders problematisch wird die Situation, wenn der Anbieter selbst auf der Schweizer Sperrliste steht. In diesem Fall weiss der Buchmacher genau, dass Schweizer Kunden seinen Dienst nur mittels technischer Tricks erreichen können. Manche Anbieter nehmen dies stillschweigend in Kauf und werben sogar gezielt um Schweizer Kunden mit Quoten in Schweizer Franken. Doch selbst diese scheinbar einladende Haltung schützt nicht vor Problemen bei der Auszahlung.
Die Empfehlung kann nur lauten, die AGB des jeweiligen Anbieters sorgfältig zu lesen und im Zweifelsfall den Kundensupport zu kontaktieren, bevor grössere Beträge eingezahlt werden. Eine schriftliche Bestätigung, dass Schweizer Kunden willkommen sind, kann im Streitfall zumindest als Argument dienen.
Konkrete Risiken im Überblick
Die Risiken der VPN-Nutzung für Sportwetten lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, von denen keine zu unterschätzen ist.
Das offensichtlichste Risiko ist der Verlust von Guthaben und Gewinnen. Wenn ein Anbieter feststellt, dass Sie die Nutzungsbedingungen verletzt haben, kann er Ihr Konto sperren und sämtliche Auszahlungen verweigern. Da es sich um ausländische Unternehmen handelt, ist der Rechtsweg mühsam und teuer. Schweizer Gerichte haben keine Jurisdiktion über maltesische oder curaçaonische Unternehmen, und ein Verfahren vor ausländischen Gerichten übersteigt in den meisten Fällen den strittigen Betrag.
Ein weiteres Risiko betrifft den Datenschutz. Wer sich bei einem nicht regulierten Anbieter registriert, gibt sensible Daten preis, ohne die Garantien zu haben, die Schweizer oder EU-Recht bieten. Die Kreditkarteninformationen, Kopien von Ausweisdokumenten und persönliche Daten befinden sich bei Unternehmen, die möglicherweise in Ländern mit laxen Datenschutzbestimmungen ansässig sind.
Die steuerliche Situation bei ausländischen Anbietern ist ebenfalls nachteilig. Während Gewinne bei Schweizer Anbietern bis über eine Million Franken steuerfrei sind, müssen Gewinne bei ausländischen Buchmachern vollständig versteuert werden. Der finanzielle Vorteil durch möglicherweise bessere Quoten kann durch die Steuerpflicht schnell aufgefressen werden.
Schliesslich fehlt bei ausländischen Anbietern der Spielerschutz, den das Schweizer Recht garantiert. Die Sozialschutzmassnahmen, die Schweizer Anbieter anbieten müssen, greifen bei ausländischen Buchmachern nicht. Im Falle einer problematischen Spielentwicklung stehen deutlich weniger Hilfsangebote zur Verfügung.
Technische Erkennungsmethoden der Anbieter
Wettanbieter haben verschiedene Möglichkeiten, die Nutzung von VPN zu erkennen, und sie setzen diese Methoden zunehmend ein. Die einfachste Methode ist die Überprüfung der IP-Adresse. Viele VPN-Dienste nutzen gemeinsame IP-Adressen für zahlreiche Nutzer, was für erfahrene Betrugspräventionssysteme ein Warnsignal darstellt.
Darüber hinaus führen die Anbieter Datenbanken mit bekannten VPN-Servern. Wenn Ihre Verbindung von einer IP-Adresse kommt, die als VPN-Server bekannt ist, kann dies automatisch markiert werden. Premium-VPN-Dienste bieten zwar regelmässig neue Server an, aber die Datenbanken werden ebenfalls kontinuierlich aktualisiert.
Fortgeschrittenere Methoden analysieren das Browserverhalten und die Gerätecharakteristika. Wenn Ihre Systemsprache auf Deutsch (Schweiz) eingestellt ist, Ihre Zeitzone MEZ entspricht und Ihre Tastatureinstellungen ein Schweizer Layout zeigen, passt dies nicht zu einer angeblichen Verbindung aus Malta oder Zypern. Solche Inkonsistenzen können bei der Risikobewertung berücksichtigt werden.
Bei der Kontoverifizierung werden die Dokumente genau geprüft. Ein Schweizer Pass oder eine Schweizer ID ist eindeutig, und Adressnachweise zeigen den tatsächlichen Wohnsitz. Spätestens an diesem Punkt ist eine Verschleierung des Standorts nicht mehr möglich.
Manche Spieler versuchen, diese Probleme zu umgehen, indem sie alternative Zahlungsmethoden wie Kryptowährungen nutzen und die Verifizierung so lange wie möglich hinauszögern. Diese Strategie kann kurzfristig funktionieren, führt aber bei grösseren Auszahlungen unweigerlich zu Problemen.
Alternativen zur VPN-Nutzung
Angesichts der beschriebenen Risiken stellt sich die Frage, welche Alternativen Schweizer Wettfans zur Verfügung stehen. Die naheliegendste Option sind die legalen Schweizer Anbieter Sporttip und Jouez Sport. Ihr Wettangebot ist zwar kleiner als bei internationalen Buchmachern, aber es ist legal, sicher und steuerlich begünstigt.

Die Kritik an den Schweizer Anbietern konzentriert sich auf zwei Hauptpunkte: das begrenzte Angebot und die vergleichsweise niedrigen Quoten. Beide Kritikpunkte haben ihre Berechtigung, müssen aber im Kontext betrachtet werden. Das kleinere Angebot resultiert aus den strengen Regulierungen der Gespa, die bestimmte Wettmärkte zum Schutz vor Spielmanipulation ausschliessen. Die niedrigeren Quoten erklären sich teilweise durch die Abgaben, die an gemeinnützige Zwecke fliessen.
Wer mit dem Angebot der Schweizer Anbieter nicht zufrieden ist, kann auch schlicht auf die Wetten verzichten, die nicht angeboten werden. Die meisten grossen Sportereignisse und wichtigen Ligen sind bei Sporttip und Jouez Sport verfügbar. Lediglich exotischere Märkte und unterklassige Ligen fehlen.
Eine weitere Alternative ist das Wetten vor Ort bei Auslandsreisen. Wer regelmässig in Nachbarländer reist, kann dort legal bei lokalen Anbietern wetten. Diese Option erfordert keine VPN-Nutzung und vermeidet die damit verbundenen Risiken. Allerdings ist sie praktisch nur für Grenzregionen relevant und mit entsprechendem Aufwand verbunden.
Schliesslich gibt es die Option, einfach abzuwarten. Der regulatorische Rahmen für Sportwetten ist nicht in Stein gemeisselt, und es gibt durchaus Stimmen, die eine Öffnung des Marktes fordern. Ob und wann dies geschehen wird, ist ungewiss, aber die Situation könnte sich in der Zukunft ändern.
Praktische Empfehlungen
Wer sich trotz aller Risiken für die Nutzung von VPN bei ausländischen Wettanbietern entscheidet, sollte zumindest einige Vorsichtsmassnahmen beachten. Diese reduzieren das Risiko zwar nicht vollständig, können aber die schlimmsten Szenarien vermeiden.
An erster Stelle steht die sorgfältige Auswahl des Anbieters. Buchmacher mit einer etablierten Reputation und einer Lizenz aus einer seriösen Jurisdiktion wie Malta oder Grossbritannien bieten grundsätzlich mehr Sicherheit als Anbieter mit Lizenzen aus exotischen Standorten. Die Recherche zu Erfahrungsberichten anderer Spieler kann wertvolle Hinweise geben.
Die eingezahlten Beträge sollten in einem vertretbaren Rahmen bleiben. Es ist nicht ratsam, grössere Summen bei einem Anbieter zu deponieren, der jederzeit das Konto sperren könnte. Regelmässige Auszahlungen kleinerer Beträge reduzieren das Risiko eines Totalverlusts.
Die Dokumentation aller Transaktionen ist aus steuerlichen Gründen unerlässlich. Gewinne bei ausländischen Anbietern müssen versteuert werden, und eine lückenlose Dokumentation erleichtert die korrekte Deklaration. Die steuerliche Behandlung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Schliesslich sollte die eigene Spielweise kritisch reflektiert werden. Wenn das Angebot der Schweizer Anbieter nicht ausreicht, kann dies ein Zeichen für ein problematisches Spielverhalten sein. Die Grenzen, die das Schweizer System setzt, haben auch einen Schutzeffekt.
Fazit zur VPN-Nutzung
Die Nutzung von VPN für Sportwetten bei ausländischen Anbietern ist aus strafrechtlicher Sicht für Schweizer Spieler nicht verboten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie empfehlenswert wäre. Die praktischen Risiken, insbesondere der potenzielle Verlust von Guthaben und Gewinnen, überwiegen in den meisten Fällen die Vorteile eines grösseren Wettangebots oder besserer Quoten.
Die Schweizer Regulierung mag aus Sicht vieler Spieler als zu restriktiv empfunden werden. Sie bietet jedoch auch Schutz in Form von Rechtssicherheit, Spielerschutzmassnahmen und steuerlichen Vorteilen. Wer diese Vorteile gegen das Risiko aufwiegt, bei einem ausländischen Anbieter im ungünstigsten Moment ohne Rechtsmittel dazustehen, kommt in vielen Fällen zu dem Schluss, dass die legalen Optionen attraktiver sind.
Die technischen Möglichkeiten zur Umgehung von Netzsperren werden bestehen bleiben und sich möglicherweise weiterentwickeln. Ebenso werden die Erkennungsmethoden der Anbieter ausgefeilter werden. In diesem Katz-und-Maus-Spiel ist der einzelne Spieler letztlich immer der Schwächere, denn er hat am meisten zu verlieren.
Für Schweizer Wettfans, die auf der sicheren Seite bleiben wollen, bleibt die Empfehlung eindeutig: Sporttip und Jouez Sport bieten ein legales, sicheres und steuerlich begünstigtes Wettangebot, das für die überwiegende Mehrheit der Spieler vollkommen ausreichend ist. Der vermeintliche Mehrwert ausländischer Anbieter rechtfertigt die eingegangenen Risiken in den seltensten Fällen.
Die Zukunft der VPN-Nutzung für Sportwetten
Die Entwicklung im Bereich der VPN-Nutzung für Sportwetten wird von mehreren Faktoren beeinflusst werden. Technologische Fortschritte, regulatorische Änderungen und das Verhalten der Marktteilnehmer spielen dabei zusammen.

Auf der technischen Seite werden sowohl VPN-Dienste als auch Erkennungsmethoden immer ausgefeilter. Moderne VPN-Protokolle sind schwerer zu erkennen als frühere Versionen, gleichzeitig entwickeln Wettanbieter und Behörden neue Methoden zur Identifikation von VPN-Nutzern. Machine Learning und fortgeschrittene Analysemethoden ermöglichen es zunehmend, verdächtige Nutzungsmuster zu erkennen.
Regulatorisch ist eine gewisse Bewegung zu beobachten. Die Diskussion über eine mögliche Marktöffnung für ausländische Anbieter unter strengen Auflagen wird in der Schweiz geführt. Sollte es zu einer solchen Öffnung kommen, würde die VPN-Problematik für viele Spieler obsolet werden. Die politischen Hürden für eine Liberalisierung sind jedoch hoch.
Die Schweizer Anbieter Sporttip und Jouez Sport arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Angebote. Neue Funktionen, bessere Quoten und ein erweitertes Sportangebot könnten dazu beitragen, dass weniger Spieler den Umweg über VPN und ausländische Anbieter suchen. Dieser organische Prozess könnte mittelfristig effektiver sein als jede technische Sperre.
Verantwortungsvolles Spielen und VPN
Ein oft übersehener Aspekt der VPN-Nutzung betrifft den Spielerschutz. Die Schweizer Regulierung sieht umfangreiche Schutzmassnahmen vor, von Einzahlungslimits bis zur Spielsperre. Wer diese Massnahmen durch das Spielen bei ausländischen Anbietern umgeht, verzichtet bewusst auf diesen Schutz.
Problematisches Spielverhalten kann bei unregulierten Anbietern ungehindert eskalieren. Es fehlen die Warnmechanismen, die bei Schweizer Anbietern greifen würden. Auch die Möglichkeit, sich selbst sperren zu lassen, existiert nicht in vergleichbarer Form. Dies kann für gefährdete Spieler fatale Konsequenzen haben.
Die Frage, ob das Angebot der Schweizer Anbieter ausreichend ist, sollte auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Die Einschränkungen, die das Schweizer System mit sich bringt, haben neben wirtschaftlichen auch Schutzfunktionen. Wer diese Grenzen als zu eng empfindet, sollte ehrlich reflektieren, ob dies möglicherweise bereits ein Warnsignal für problematisches Spielverhalten ist.
Von Experten geprüft: Lina Beck
